MEDIENSPLITTER I
Ästhetik
& Kunst - Amerika - Gewissensfragen
- Show, Kabarett & Comedy -
Spaßgesellschaft
- Statements - Vermischtes
Ästhetik
& Kunst
Es war eine seltsame Ironie, daß die
Tat von einer Gruppe von Menschen verübt wurde, die nichts als Verachtung
bekunden für jene amerikanische Kultur, wie Hollywood sie exemplarisch
verkörpert; und dann eifern sie ausgerechnet einem der schlechtesten
Hollywood-Genres nach, wie in einem James-Bond-Film.
("F.A.Z." 20.09.2001 S.
55)
Die Attentäter von New York waren nicht
nur technisch auf der Höhe der Zeit. Inspiriert von der symbolischen
Bildlogik des Westens, haben sie das Massaker als Medienspektakel inszeniert.
Dabei folgen sie minutiös den Szenarien des Horrorfilms und des Science-fiction-Thrillers.
Ein derart inniges Verständnis für die amerikanische Zivilisation
zeugt nicht von einer anachronistischen Mentalität.
("F.A.Z." 18.09.01 S.
49)
Wenn man sich mal klargemacht hat, dass es
kein Hollywoodfilm ist, dann ist man eigentlich erstmal am Ende. (...)
Vollkommen unwirklich. Vielleicht war das dem Stockhausen sein Problem,
dass er das nicht geglaubt hat. Es hatte, das war grauenhaft, es hat eine
miserable Ästhetik. (...) Es hatte eine Faszination des Grauens.
(Ottfried Fischer in:
"Johannes B. Kerner" ZDF 20.09.2001)
Nach dem Komponisten Karlheinz Stockhausen
handle es sich bei den Attentaten um "das größte Kunstwerk,
das es überhaupt gibt für den ganzen Kosmos",
und weiter: "Daß Geister
in einem Akt etwas vollbringen, was wir in der Musik nicht träumen
könnten, daß Leute zehn Jahre üben wie verrückt, total
fanatisch für ein Konzert und dann sterben, stellen Sie sich das Loch
vor, was da passiert ist. Da sind also Leute, die sind so konzentriert
auf eine Aufführung, und dann werden fünftausend Leute in die
Auferstehung gejagt, in einem Moment. Das könnte ich nicht. Dagegen
sind wir gar nichts, als Komponisten. Manche Künstler versuchen doch
auch, über die Grenze des überhaupt Denkbaren und Möglichen
zu gehen, damit wir wach werden, damit wir uns für eine andere Welt
öffnen. (...)
Ein Verbrechen ist es deshalb, weil die
Menschen nicht einverstanden waren. Die sind nicht in das 'Konzert' gekommen,
das ist klar. Und es hat ihnen niemand angekündigt, ihr könntet
dabei draufgehen. Was da geistig geschehen ist, dieser Sprung aus der Sicherheit,
aus dem Leben, das passiert ja manchmal auch poco a poco in der Kunst.
Oder sie ist nichts."
("F.A.Z." 19.09.01 S.
49)
Die Männer und Frauen schauen in sprachloser
Erschütterung dem Vorgange und der Erscheinung zu. Der Vorhang fällt
("Götterdämmerung",
Schluß des letzten Akts)
Ich kann nur sagen, daß - abgesehen
natürlich von jenen Menschen, die existenziell betroffen sind - diejenigen
den größten Schaden davongetragen haben, die mit solchen Bildern
professionell zu tun haben: jene Spezialisten, die vor dem Monitor sitzen
und Sachen in die Luft sprengen und digital zusammensetzen, was real nicht
zusammengehört. Davon kenne ich zwei, die jetzt mit den Nerven absolut
am Ende sind; die auch nicht wissen, was sie als nächsten Beruf machen
sollen, weil sie nicht mehr so weitermachen können.
("F.A.Z" 24.09.2001 S.
49)
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Amerika
-
BILD vs. Anti-Amerikanismus
Aber schon wächst unter dem windigen
Deckmantel einer Scheinobjektivität ein gar nicht so unterschwelliger
Anti-Amerikanismus. Mit „Nie-wieder-Krieg“-Fähnchen ziehen Jugendliche
auf die Straßen, weil man in Washington von einem Krieg gegen den
Terrorismus spricht. Über den amerikanischen Präsidenten wird
höhnisch gelächelt. Am Stammtisch wird hämisch geflüstert,
es geschehe den Amerikanern eigentlich recht, dass auch sie mal spüren,
was es heißt, bombardiert zu werden.
(Ernst Cramer: "Keine
Chance dem Anti-Amerikanismus" in: "Bild" 21.09.01 S.2)
Familienbande
Ich habe einen großen Bruder. Manchmal
ist er ein unerträgliches Großmaul. Er trägt Cowboystiefel
zum Nadelstreifenanzug. Er interessiert sich nicht für andere Leute,
weil er glaubt, dass sowieso alle so sein wollen wie er. Viele verabscheuen
ihn, weil er mit dem dicksten Auto und den dicksten Muckis prahlt. Er hat
sich nie um Abmachungen geschert, weil er sich unbesiebar fühlte.
Er dachte immer, dass sich ihm keiner in den Weg stellt, weil er die dickste
Wumme hat. Wer es wagte aufzumucken, den hat er verdroschen oder mit Dollar
ruhig gestellt. Er glaubte, alles über die Welt zu wissen, weil er
in allen E-Mails schnüffelte. Er hat weder Altpapier gesammelt noch
leere Joghurtbecher ausgewaschen. Auf eines konnte ich mich aber immer
verlassen: Wenn mir einer was wollte, war er da. Jetzt ist er schwer verwundet,
von einem heimtückischen Gegner und aus einem düsteren Hinterhalt,
den er nicht durchschaut. Mein großer Bruder ist fassungslos: Allles,
was er zu wissen glaubte, liegt plötzlich wie im Nebel. Von Unverwundbarkeit
kann keine Rede sein. Mir ist egal, wie viel Mist er all die Jahre gebaut
hat. Er ist mein großer Bruder.
(Hajo Schumacher, Chefredakteur
der Illustrierten "MAX" in: "MAX" 20/2001 20.09.2001 S. 238)
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Gewissensfragen
Was darf man? Was nicht?
Bild bietet Orientierungshilfe.
(...)
Darf man auf das Oktoberfest gehen?
Ja - wenn man sich dem Terror nicht beugen
will. (...)
Nein - wenn man johlend trinkt und auf
den Tischen tanzt.
("Bild" 18.09.2001 S.
4)
Darf man zum Stammtisch gehen?
Ja - man muss! Reden und Trinken für
den Frieden.
("Bild" 20.09.2001 S.4)
Nein zum Bier-Exzess auf dem Oktoberfest!
Heute wird still "o'zapft". 75% der Münchner sind für die "Wies'n".
Zumindest bei der ersten Maß sollte
man sich über die Katastrophe unterhalten.
("Bild" 21.09.2001 S.12)
Die Frage der Stunde ist, ob ich ein schlechter
Mensch bin, wenn ich heute, angesichts der Weltlage, mich auf den Wies'n
besaufe.
Ich rate zum Suff. Denn der Unterschied
zwischen Komödie und Tragödie ist, dass die Tragödie keine
zweite Chance gibt.
Shakespeare-Manhattan ist der Tod. The
Bavarian Oktoberfest ist die Melancholie des Katers. Sie haben ein morgen
Früh.
(Franz Josef Wagner in:
"WamS" Nr. 38 22.09.2001 S.14)
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Show,
Kabarett & Comedy
Die Kabarettisten werden Hochkonjunktur haben
und ich finde, es ist auch ganz wichtig, dass es Kabarettisten gibt, denn
jetzt geht nämlich vor lauter Solidaritätsbekundungen und vor
lauter Amerikanismus, da schlägt der Anti-Amerikanismus von vorher
jetzt in vollen Amerikanismus um, wenn man Joschka Fischer anschaut. Das
führt doch dazu, dass überhaupt kein Mensch mehr auch nur etwas
Kritisches mehr sagen darf, weil es sofort heißt: "Du trittst auf
den Opfern herum".(...)
Ich will nicht sagen, dass es jetzt falsch
ist, was gemacht wird, aber es muss Leute geben, die das kritisch beäugeln
und etwas dazu sagen, die auch nicht alles gut finden, was jetzt läuft,
nur um dem amerikanischen Präsidenten zu gefallen. (...)
Es ist eine Angst da, dass sich jemand
mit dem Thema auseinandersetzt und ich finde, man muss sich damit auseinandersetzen.
(Ottfried Fischer, Schaupieler
("Der Bulle von Tölz") und Kaberettist in: "Johannes B. Kerner"
ZDF 20.09.2001)
Wenn die Brutalität einen Ereignisse
nicht mehr im absoluten Vordergrund steht, sondern die Art, wie Menschen
damit umgehen, dann gibt es vieleicht eine Entfernung.
Erich Kästner sagte einmal: "Du kannst
übers Wetter keine Witze machen, das Wetter ist wie es ist, das Schicksal
ist wie es ist, das was die Menschen damit anstellen, darüber kannst
Du Witze machen." Wir sind vom Wetter, vom Ungewitter, vom Schicksal noch
so beeindruckt...
(ORB-Fernsehen 18.09.01)
In einer Welt, in der Menschen Flugzeuge in
Gebäude fliegen, einfach nur, um Unschuldige zu töten, wird ein
Job wie meiner völlig überflüssig. Normalerweise stünde
ich hier und würde Witze über Republikaner und Demokraten erzählen.
Aber wir haben keine Demokraten und Republikaner mehr, wir haben nur noch
Amerikaner, die das selbe Ziel vereint.
(Jay Leno in seiner Late-Night-Show
in den USA, zit. nach: "Leuteheute" ZDF 19.09.2001)
Karl Moik:
"Freunde, was sich so abgespielt hat in
den letzten Tagen. (...) Ich denke, wir alle haben die Bilder noch im Kopf,
wir alle haben Respekt vor dem, was da passiert ist. Aber ich denke: Das
Leben geht weiter und irgendwann sollte man auch mal die Chance haben,
ein bißchen zu lachen, ein bißchen Freude zu machen."
("Musikantenstadl" 21.09.2001
ARD)
Sie können sich natürlich vorstellen,
dass das für uns keine normale Sendung ist. Sie wissen vielleicht,
es gab jetzt eine Woche lang keine Sendung, die Gründe sind Ihnen
ja bekannt: aus Respekt vor den Geschehnissen und vor den Opfern in den
USA. Es ist natürlich auch schwierig, einen idealen Zeitpunkt zu
finden, um wieder mit einer Unterhaltungssendung anzufangen. Das hätte
morgen sein können, das kann nächste Woche sein. Wir haben uns
entschieden, das heute zu machen, nicht zuletzt auch deswegen, weil nicht
zuletzt der amerikanische Präsident auch den Menschen gesagt hat,
sie sollen wieder das Leben einer Normalisierung zuführen.
Deswegen haben wir uns entschieden das
heute zu machen. Sie haben heute abend eingeschaltet, weil Sie von uns
gut unterhalten werden wollen. Wir werden versuchen, das zu tun. Und haben
Sie bitte Verständnis dafür, wenn heute und auch in den nächsten
Tagen wir die eine oder andere Härte vermissen lassen, die Sie sonst
von uns gewohnt sind. Wir werden versuchen, gute Unterhaltung für
Sie zu machen. Und in diesem Sinne, wir machen ein kleines bißchen
Werbung...
("TV Total" Pro7 17.09.2001)
Aus den Problemen sozusagen der Art von seriöser
Intellektualität, (...) bin ich fast geneigt, den Schluß
zu ziehen, daß ohne die Brechung über das Monumental-Gerät
Humor sozusagen seriöse Intellektualität quasi im Fernsehen nicht
prozessierbar ist. (...) Es gibt immer, jetzt natürlich durch dieses
Ereignis ganz extrem, eine Art von thematischer Totalität, der gegenüber
die Harald-Schmidt-Show ein befreiendes Momentum der Distanznahme-Möglichkeit
darstellt.
(Rainald Goetz, Schriftsteller,
19.01.2001, ZDF, "Nachtstudio")
Die Freiheit, zynisch, sarkastisch zu sein,
ist die Freiheit, die wir verteidigen (...) Morden ist humorlos.
Bühne auf für die Harald-Schmidt-Show.
Wir lachen die Ärsche tot.
(Franz Josef Wagner in:
"Bild" 21.09.2001 S.2)
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Spaßgesellschaft
Farin Urlaub:
"Trotz Trauer, Wut und natürlich
auch Angst sage ich: 'FICKT EUCH; TERRORISTEN!'
Das Leben (der Überlebenden) geht
weiter. Liebe und Frieden, jetzt erst recht!"
("BRAVO" Nr. 39 19.09.2001
S. 8)
Wie aber muß uns jetzt ein Song in den
Ohren klingen, der das Geschehen direkt anempfiehlt und also lautet: "Bomb
the Pentagon"? Er stammt von der schottischen Band "Primal Scream", die
ihn zwei Wochen vor den Terroranschlägen einer Öffentlichkeit
vorstellte, die sich allenfalls am Inhalt, aber nicht am prophetischen
Gehalt des Textes stoßen konnte. (...)
Es ist jedenfalls das erste Mal, daß
eine rüde Parodie, wie sie in der Popmusik schon hundertfach skandiert
wurde, dirkete Befolgung findet.
("F.A.Z" 24.09.2001 S.
58)
Seitdem ist unsere Welt nicht mehr, wie sie
war. Wie es war vor dem Tag, an dem unser aller Traum von einer heiteren
und lockeren Gesellschaft die Unschuld verlor - und wir alle müssen
fürchten, dass diese lockere Unbeschwertheit der letzten Jahre und
Jahrzehnte vielleicht nie wieder zurückkehrt.
(Erklärung der "BRAVO"-Redaktion
in: "BRAVO" Nr. 39 19.09.2001 S. 3)
Für mich bedeutet der Anschlag das Ende
der Spaßgesellschaft.
(Quelle: "Bild" 19.09.01
S.2)
Jazzy, Rapperin:
"Allein aus Protest muss man jetzt weiterfeiern."
("MAX" 20/2001 20.09.2001
S. 50)
News sind in Amerika dermaßen zum Entertainment
verkommen, daß man an dem Tag, wo man sie wirklich auseinanderhalten
müßte, genau das nicht mehr kann. Aber die Leute gucken immer
weiter, weil sie denken, gleich muß was passieren. Das ist auch eine
Art Droge, der ganze Tag war ja wie eine Droge. (...)
Ein Teil dieser Kultur ist ja auch das
genüßliche Spiel mit jeder Art von Tabu. Die Spaßgesellschaft
hat sich halt der Tabus angenommen und die Tabus umgekehrt in Spaß.
Daß einem diesmal aller Spaß im Halse stecken geblieben ist,
bis man sich sozusagen an seinem eigenen Erbrochenen nochmal erbrochen
hat, das hat es noch nie gegeben. Und daran wird die Spaßgesellschaft
vielleicht nicht zugrunde gehen, aber daran wird sie unglaublich zu schlucken
haben.
("F.A.Z" 24.09.2001 S.
49)
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Statements
Ich glaube angesichts dieses Verbrechens an
die politische Unschuld von niemandem. (...) Das ist meine Interpretation
dessen, was jene Gerechtigkeit sein müßte, die von der vom Weißen
Haus ausgegeben Parole zufolge seit einigen Tagen "grenzenlose Gerechtigkeit"
heißt: Von den eigenen Fehlern, dem eigenen Unrecht, den Irrtümern
der eigenen Politik sich nicht freisprechen, und sei es auch in dem Augenblick,
da man den furchtbarsten Preis für sie zahlt.
("F.A.Z" 24.09.2001 S.
47)
Die großen Spekulanten planschten lustvoll
in einer Ökonomie, die Jahr für Jahr Millionen von Menschen im
Elend umkommen läßt - was machen da schon zwanzigtausend Tote
in New York aus? Ganz gleichgültig, von wem das Massaker ausgeführt
wurde - diese Gewalt ist die legitime Tochter der Kultur der Gewalt, des
Hungers und der unmenschlichen Ausbeutung.
("F.A.Z." 19.09.01 S.
49)
Hinweis der Redaktion:
laut "F.A.Z." vom 25.09.2001
wird dieses Statement seitens des Schriftstellers und Nobelpreisträgers
dementiert.
Die alte Dame vor der amerikanischen Botschaft
hat Tränen der Rührung in den Augen. (...) Doch über die
totale Trauer, die unser Land befallen hat, ist sie dennoch befremdet.
Und über manche Gefühle, die ihr "geradezu öffentlich inszeniert"
vorkommen. (...) Wir Deutschen wollen dagegen immer gleich rund um die
Uhr betroffen sein. Und jeder ist verdächtig, der nicht gleich mitmacht.
(Peter Hahne (ZDF-Reporter):
"Gedanken am Sonntag" in: "Bild amSonntag" 23.09.2001 S.6)
Natürlich stehen wird hier vor einer
entsetzlichen Situation und ich mache mir schon wieder Sorge, daß
vielleicht der eine oder andere Politiker in Europa sagt:
"Also, das war ja alles so furchtbar in
Amerika, dass wir jetzt irgendwelche Reformvorhaben, die wir eigentlich
hier in diesem Kontinent vornehmen müssen, erstmal auf die lange Bank
schieben."
("ZDF-Spezial" ZDF 12.09.01)
Wir alle müssen darüber nachdenken,
ob die Reichen sich noch mehr um die Belange der Armen kümmern müssten.
("Stern TV", RTL, 12.09.01)
Ich fliege auch nicht mehr, ich habe einfach
zu sehr Angst. Eigentlich sollten immer bewaffnete Sicherheitsleute an
Bord sein, oder zumindest ein Maschinengewehr.
("MAX" 20/2001 20.09.2001
S. 48)
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Vermischtes
Die Attentäter sind unter uns
(Titelbild "MAX" 20/2001
20.09.2001)
"BIG BROTHER" ist die einzige Sendung im dänischen
Fernsehen, die unberührt bleibt von den Terroranschlägen
in den USA.
Aktuelle Sondersendungen gibt es nicht.
Es ist kein Zufall, es ist Programm. Nichts soll die Show stören.
(...) Und so werden die zehn Teilnehmer bewußt ahnungslos gehalten,
im Innenhof des Containergeheges üben sie gerade Überlebenstraining.
("Hallo Deutschland" ZDF
19.09.2001)
Verrückte können den Kapitalismus
nicht gefährden.
(Ökonom Rudi Dornbusch
in. "WamS" 16.09.2001, S. 68)
Selbst Heiner Lauerbachs Hochzeitsfotos wirken
irgendwie obszön.
("MAX" 20/2001 20.09.2001
S. 45)
Auf den Fluren des Verteidigungsministeriums
machen derzeit böse Worte die Runde. Ein "Kriegsgewinnler" sei der
Chef, raunt man sich von Stube zu Stube zu, gerettet von den Anschlägen
in New York und Washington. "Wenn man es nüchtern betrachtet, ist
es der richtige Ausdruck", konstatiert ein hoher Militär und flüchtet
sich in Zynismus:"Eigentlich sollte sich Herr Scharping mindestens fünfmal
am Tag gen Mekka verneigen."
("MAX" 20/2001 20.09.2001
S. 192)
Lieber Otto Schily,
ich weiß nicht, was mich bei Ihnen
zurzeit mehr beeindruckt. Ihr starker, schweigsamer Blick (Gary Cooper
guckte so in „High Noon“), mit dem Sie Heulsusen wie Claudia Roth abstrafen?
Ihre Stimme, die niemals laut wird, selbst wenn Sie vor Zorn beben? Wäre
ich Terrorist, hätte ich Angst vor Ihnen. Gestern im Bundestag haben
Sie Klartext geredet. Religionsprivileg – weg. Polizeiliche Zielsetzungen
auch mit militärischen Mitteln. Datenschutz – wir haben es in Deutschland
übertrieben. Zum ersten Mal wurde es mir leicht ums Herz. Ich habe
einen Krieger reden hören.
(...)
Otto Schily hat ein langes politisches
Leben hinter sich. Er verteidigte als Anwalt RAF-Attentäter, er war
bei den Grünen – nun ist er 69 und der vitalste Krieger. Ich
habe meine erste gute Nacht dank Schily.
(Franz-Josef Wagner (Ex-Chefredakteur
von "Bunte") in seiner Kolumne "Post von Wagner" in: "Bild" 20.09.2001
S.2)
Das Imperium schlägt zurück
(Überschrift in "MAX"
20/2001 20.09.2001 S. 26/27)
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